Vom diskursiven Lotterbett zum Geständnis-Dispositiv?
Die Analysecouch im Für und Wider ihres Nutzens und was die Daseinsanalyse dazu zu sagen hat
Ein im Liegen geschriebener Text von Charlotte Aigner[1]
(English Version Below)
„Ich halte an dem Rate fest, den Kranken auf dem Ruhebett lagern zu lassen, während man hinter ihm, von ihm ungesehen, Platz nimmt!“ schrieb Sigmund Freud in „Zur Einleitung der Behandlung“, einem Text, der 1913 erstmals [2]erschien. Die Urszene der Psychoanalyse, das prägende Dispositiv, ist hier nahezu beiläufig erwähnt. Und doch hat diese Anordnung der Behandlung - liegende Patientin und hinter ihm sitzende Therapeutin - das kollektive Bild, die Vorstellung dessen, was Psychotherapie, genauer natürlich, was Psychoanalyse ist, geprägt wie nichts anderes.
Heute allerdings scheint diese Form der Psychotherapie, die eigentlich der Analyse zugehört und in einer Hinsicht den Unterschied zwischen Analyse und Therapie anzeigt, aus der Mode zu kommen. Was aber aus der Mode kommt, kann auch nach einiger Zeit wieder in Mode kommen. Im Kontext der Daseinsanalyse, die das Setting der Psychoanalyse von Anfang an übernommen hat, bedeutet Mode allerdings eher etwas, was in den Modus des Man, also den Modus der Alltäglichkeit gehört[3]. Moden gibt es nicht nur in der Alltagskultur, sondern auch in den Wissenschaften und im Bereich der Psychotherapie. Sie sind eng mit gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen verbunden.
Natürlich ist es tatsächlich nicht nur eine Mode, die die Couch im Therapiezimmer und die Behandlung der Patientin im Liegen in Zweifel geraten ließ. Schon C.G. Jung lehnte die Behandlung in Couchlage entschieden ab. In den Tavistock-Vorlesungen sagte er:
„In psychotherapy . . . the very fact that the patient has emotion has an effect upon [the doctor]. And it is a great mistake if the doctor thinks he can lift himself out of it. He cannot do more than become conscious of the fact that he is affected. . . .It is even his duty to accept the emotions of the patient and mirror them. That is the reason why I reject the idea of putting the patient upon a sofa and sitting behind him. I put my patients in front of me and I talk to them as a natural human being to another, and I expose myself completely and react with no restriction…”[4].
Dennoch hat sich die Sicht auf die Psychoanalyse in der Form dieses geradezu archetypischen Behandlungssettings eingeprägt.
Die Daseinsanalytiker Medard Boss und Gion Condrau betonen ebenso die Wichtigkeit der Couchlage und stehen anderen daseinsanalytischen Interventions- und Setting-Formen skeptisch gegenüber. Allerdings hat die Verwendung der Couch in der Analyse tatsächlich bei beiden nicht den Charakter einer normativen Behandlungsvorgabe, wie noch auszuführen sein wird[5].
Tatsächlich hat im 20. Jahrhundert der Diskurs über die Behandlungsformen in der Psychoanalyse und Psychotherapie (Die Daseinsanalyse wurde von zu wenigen betrieben, als dass sie in diesem Diskurs eine echte Stimme hätte haben können) vielfältige Formen entwickelt und im Kontext von Autoritätskritik und den Überlegungen zu Herrschaftsdiskursen auch das Verhältnis von Therapeutin und Patientin kritisch beleuchtet. Die Couchlage geriet in Misskredit, weil sie als Dispositiv der Autoritätsausübung die Patientin zur Unterlegenen in einem Herrschaftsverhältnis werden ließ. Michel Foucault kritisierte die Kommunikation unter asymmetrischen Bedingungen. Die Analytikerin befände sich außerhalb des Blickfeldes, was ein ungleiches Machtverhältnis erzeuge, das Setting fördere ein Geständnisregime, der Körper werde diszipliniert, in dem er ruhig liege und zum Sprechen gebracht werde, was Wahrheit unter institutionellen Bedingungen hervorbringe[6]. Theodor Adorno hingegen meinte, die Couchlage fördere allenfalls die Geschwätzigkeit des Menschen. Zudem geriet die Analytikerin in Verdacht, es sich in der analytischen Situation bequem zu machen, indem er der direkten Konfrontation und der Beobachtung durch die Patientin ausweicht, sich sozusagen aus seiner Pflicht im Gespräch hinausschleicht. Bereits Freud hat diese Möglichkeit erwähnt als er im bereits erwähnten Text „Zur Einleitung der Behandlung“, davon sprach, es nicht zu vertragen, acht Stunden am Tag von seinen Patientinnen angestarrt zu werden[7].
Die analytische Behandlung in Couchlage, mit der hinter der Patientin sitzenden Analytikerin ist eine Sonderform des Diskurses und des Gesprächs, also der mitmenschenschlichen Zweierbeziehung. Nicht das Setting allein (sei es räumlich, zeitlich, leiblich, sprachlich etc.) ist hier entscheidend. Jedoch ist es so gewählt, dass es bestimmte Gedanken, Verhaltensweisen, Stimmungen und Einfälle möglich werden lässt.
Dieser Text möchte die Kritik an der Couchlage in der Psychotherapie ernst nehmen und sich aus daseinsanalytischer Sicht mit den bedenkenswerten und stichhaltigen Argumenten der Gegnerinnen des analytischen Settings mit Couch auseinandersetzen und versuchen, diese besondere und allmählich verschwindende Weise der Behandlung einerseits kritisch zu beleuchten, aber andererseits auch in ihrem Sinn und ihrer Berechtigung wieder besser verstehen zu lernen.
Hierzu wird ein kurzer Exkurs zum Möbelstück des Diwans mit Ausführungen zur Erfahrung des Liegens ergänzt werden. Im Anschluss daran komme ich zur besonderen Form des Liegens, während noch eine andere Person anwesend ist. Ein weiterer Teil geht auf das analytische Setting in der Daseinsanalyse ein, das nicht nur aus der Anordnung Couch-Fauteuil besteht, sondern auch die Grundregel, die Abstinenz und eine erhöhte Stundenfrequenz umfasst. Im Anschluss wird auf verschiedene, couch-kritische Argumente eingegangen. Schließlich werden dem gegenüber und in Antwort darauf nochmals die Gründe, die für eine Beibehaltung der Couchlage in der der daseinsanalytischen Behandlung sprechen, dargelegt.
Der Diwan, ein anrüchiges Möbelstück
Die Psychoanalyse ist eng mit der Vorstellung der Behandlung auf der Couch verbunden. Lydia Marinelli spricht von der Signalwirkung, die sie wegen ihres Bezugs zu Freud hat, und die unauslöschlich in die Populärkultur eingeschrieben scheint[8]. Ein Möbelstück aus dem bürgerlichen Wohnzimmer fand sich auf einmal im Behandlungsraum der Arztin
oder des Psychoanalytikerin wieder. Wie kam das? Wie hat sich die Couch in ein therapeutisches Instrument verwandelt?[9] Die liegende Körperposition wurde mit der Eröffnung einer Erkenntnismöglichkeit in Verbindung gebracht. Zuerst mochte das befremdlich wirken. Bei Adorno heißt es dazu frauenfeindlich und wenig freundlich: „Entspannt wird auf dem Diwan vorgeführt, wie sich das Denken ins „Gequatsche der Schwiegermutter“ verwandelt.[10] Laut Martinelli erachtete er die Couchlage als eine Art „Entthronung der Philosophie durch deren Verschmelzung mit den schwatzhaften Gesprächen im Wohnzimmer“.[11]
Geständnisse, intime Gespräche und erotische Diskurse bzw. Handlungen waren mit dem Möbelstück des Diwans eng verbunden. Es haftete ihm eine gewisse Anrüchigkeit an, die sich auch aus dem Nachlassen der Haltung vom kontrollierbareren Sitzen zum entspannteren, lockeren Liegen ergab. Die Grenzen zwischen Sitzen und Liegen verschwammen. Im Liegen ging die Kontrolle eher verloren, man wurde offener und die Zügel der Konvention begannen sich zu lockern. Daher war der Diwan auch ein verdächtiges Möbelstück, stand er doch in unmittelbarer Nachbarschaft zu sexuellen Aktivitäten[12].
Im 19. Jahrhundert schließlich waren Liegekuren eine gängige Methode, um Nervenleiden zu behandeln, den leichteren Fällen blieb dabei das Sofa vorbehalten, schwereren das Bett.
Freud nutzte seit 1886 eine Ottomane in seinem Behandlungszimmer. Diese war im Kontext verschiedener Behandlungsformen wie z.B. der Hypnosebehandlung brauchbar. Freud weist denn auch auf diese ursprüngliche Verwendung des Ruhebetts in der Einleitung der Behandlung hin: „Diese Veranstaltung hat einen historischen Sinn, sie ist der Rest der hypnotischen Behandlung, aus welcher sich die Psychoanalyse entwickelt hat“[13]. Das enge Korsett bürgerlicher Konventionen, die auch die Begegnung und Unterhaltung zweier Menschen genau regelten, bis hin zu den Möbeln, welche für bestimmte Diskurse von bestimmten Menschen (wiederum getrennt nach Männern und Frauen) genutzt oder nicht genutzt werden durften, wurde durch das Sein in Couchlage gelockert, was als Gefahr für Anstand und Sitte gesehen wurde. Gerade dieses Aufweichen und Lockerwerden der eigenen Haltung und somit auch der sozialen Normen, in die der Patient in seinem Alltag eingebettet war, machten die Couchlage zum idealen Vollzugselement der leiblichen Seinsweise im befreienden Prozess der Psychoanalyse.
Die Seinsweise des Liegens
Die Haltung eines Menschen, leiblich verstanden, ist seine Weise, sich zum Raum zu verhalten, also sich einzuräumen, aber auch in eine Distanz zur Umgebung einzunehmen, die Selbstbewusstsein verlangt. Nach Otto Friedrich Bollnow setze die Haltung immer schon ein bestimmtes Selbstverhältnis voraus, „eine bestimmte Formung“, die sich der Mensch selber gegeben hat und die dann auf sein Verhältnis zur Welt, zu den anderen Menschen und allgemein zu den Fragen des Lebens zurückwirkt.“[14] Anders als das unreflektierte Verhalten setze die Haltung schon immer eine ausdrückliche Haltung zu sich selbst und damit eine innere Freiheit voraus.[15]
Im Liegen nun sei es nicht mehr möglich diese Haltung beizubehalten. Das beziehe sich nicht nur auf die äußere (Körper-)Haltung, sondern auch auf die innere. So habe der liegende Mensch ein anderes Verhältnis zur Welt als der stehende oder sitzende. Im Liegen ist der Mensch nicht mehr so gestellt wie in den anderen Körperhaltungen. Er wird von der Schwerkraft nicht mehr genötigt, sich aufrecht zu halten, sondern kann loslassen, sich hingeben, seine ganze eine Körperseite, die aufliegt, bringt den Kontakt zum tragenden Untergrund umfassend in eine ausgewogene Balance, die ohne Kraftaufwand gelingt. Der leibliche Vollzug des Liegens ermöglicht Entspannung, ein Zu-sich-kommen. Seinsweisen des (Tag-)Träumens, Dösens, Einschlafens, Aufwachens, des Entspannens, Ruhens und Sich-Fallenlassens werden möglich. Das Spannungsverhältnis zur Welt, das die Haltung ausmacht, wird im Liegen preisgegeben. Aber das Liegen ist dennoch auch eine Körperhaltung, ebenso wie eine Seinsweise, die aber eher vom Loslassen, vom Hingeben an den tragenden Untergrund bestimmt ist.
Karl Baier geht nicht von einem Preisgeben der Haltung im liegenden Sein aus. Er spricht von der Leibeshaltung, die das Dasein immer einnimmt, also leibt.
Die geht auf eine Auffassung des zurück, „nach der die leibliche Verfassung die Weise bedeutet, wie jemand da ist, d.h. sein In-der-Welt-sein konkret vollzieht“[16].
So ist die Leibeshaltung die Weise, wie wir den Ort unserer Anwesenheit unseres jeweiligen Befindens „einnehmen und uns damit leiblich von diesem Hier aus zu dem uns angehenden Seienden dort, zu dem Mitmenschen, zu uns selbst und zur Offenbarkeit des Seienden im Ganzen verhalten. Das ist ein Wesenszug leiblichen Daseins.“[17]
Vermittels der leiblichen Haltung setzen wir uns in Beziehung zum existenziellen Raum, der Gliederung der Lebenswelt in ein Oben und Unten, Links und Rechts, Hinten und Vorne. Heideggers Streit zwischen Erde und Welt, wo wir dem steten Ausgespannt-sein zwischen dem bergenden, tragenden, verschließenden Zug der Erde und dem offenen, in die Weite ziehenden der Welt ausgesetzt sind, findet hier seinen leiblichen Austrag.
Der Weltbezug des Liegens ist dem Ausruhen, dem Schlafen näher. Während Stehen und Sitzen eher das Wachen brauchen, lässt das Liegen verminderte Wachheit und Wachsamkeit zu. Fühlen wir uns dabei sicher und gut vom Untergrund getragen, stellt sich ein Gefühl der Geborgenheit ein. Gespanntheit, Selbstschutz, sich Halten, Standhalten-müssen, Gestellt-sein ist im Liegen noch möglich, aber weit schwieriger aufrecht zu erhalten. Zu liegen eröffnet leiblich die Nähe zum Schlafen und damit zum träumenden Sein. Wenn Augustinus Wucherer meint: „Wir rühren im Schlaf und der ihm zugehörigen träumenden Existenz an die Geheimnistiefe menschlichen Daseins überhaupt“[18], liegt der Gedanke nahe, allein die Nähe zu Schlafen und Träumen im Liegen, würde uns diese Geheimnistiefe schon ahnend erfahren lassen können.
Im Liegen dürfen wir uns hingeben, schwach sein, entspannen, ruhen. Das Liegen verbindet uns mit der frühen Kindheit ebenso, wie mit der täglichen Schlafphase, dem Krankenlager und der leiblichen Haltung in der wir allermeist vom Leben zum Tod übergehen.
Zu liegen in Gegenwart anderer Menschen ist im gesellschaftlichen Umgang eher unüblich, zumindest wenn es nicht im Kontext von Krankheit und Krankenbehandlung stattfindet. Dennoch gibt es in der Geschichte viele Bespiele, wo Menschen ihre Besucher im Liegen empfingen oder im Liegen arbeiteten. Zum Beispiel der prominenteste Diplomat beim Wiener Kongress, Friedrich Gentz. Er „galt schon deshalb als eine Erscheinung ungewisser Männlichkeit, weil er seine politische Arbeit auf Ottomanen verrichtete“[19] oder René Descartes, der täglich 16 Stunden im Bett verbrachte, die Vorhänge zugezogen, weil er in dieser Atmosphäre am besten nachdenken konnte.[20] Im Bett lebte und arbeitete bei ständig abgedunkeltem Zimmer auch Marcel Proust, der so seine Erinnerungen zu wecken hoffte, „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. [21] Das Setting seines Schreibens erschuf so eine Art Erinnerungsraum.
Inspiration und traumartiges Erleben suchte Franz Kafka, wenn er nachmittags auf dem Kanapee lag und des Nachts seine Einfälle zu Papier brachte[22]. Kafka ist es auch, der immer wieder im Bett liegende Personen beschreibt. So sucht Josef K. im Prozess-Roman als zu Unrecht Beschuldigter, der zudem nicht weiß, was ihm eigentlich vorgeworfen wird, einen Anwalt auf, der ihn dann allerdings im Bett liegend empfängt, was absurd wirkt und beim Protagonisten Zweifel an der Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit des Advokaten aufkommen lässt[23].
Die Couch-Lage in der (Daseins)Analyse
So gehört, von Freud ausgehend, auch die analytische Behandlung in Couchlage in die Weise wie das Verhältnis Ärztin und Patientin räumlich und leiblich ausgetragen wird. Vieles sprach damals und spricht ebenso heute noch für die Couchlage in der Therapie. Freud selbst saß – ebenso wie im daseinsanalytischen Setting – hinter seinen Patientinnen, die ihn so nicht sehen konnten. Allerdings, beachtet man die Position seines Stuhles hinter der Couch – sowohl im Freud-Museum in London als auch auf Fotos, wo er hinter der Couch sitzend abgebildet ist, fällt auf, dass er nicht mit dem Gesicht, sondern mit dem Ohr in Richtung des Patienten sitzt.
Dies weist darauf hin, dass nicht nur die Patientin den Analytiker nicht sehen konnte, sondern auch der Analytiker die Patientin nicht im Blick hatte, sondern ganz Ohr war.
In der Daseinsanalyse ist es bis heute üblich, die Patientinnen in Couchlage zu behandeln. Wenn auch viele Kolleginnen, ebenso wie ich, mittlerweile Patientinnen auch im Face-to-Face Setting sehen. Im einander gegenüber Sitzen finden in jedem Fall die Erstgespräche und die ersten Stunden der Therapie statt. Ob die Zusammenarbeit in Form einer Analyse stattfinden wird oder Face-to-Face mit niedrigerer Stundenfrequenz, also einmal die Woche, entscheidet sich in diesen ersten Stunden der therapeutischen Begegnung. Viele unterschiedliche Formen sind vorstellbar. In meiner Praxis liegen die meisten Patientinnen, auch wenn sie nur einmal in der Woche zu mir kommen. Ich biete so gut wie allen Patientinnen die Behandlung im Liegen an und meistens wird das gerne angenommen. Die Reaktionen in den ersten liegenden Stunden sind unterschiedlich. Manche genießen es, können sich sofort gut auf die neue Gesprächssituation einlassen, andere fühlen sich eher angespannt oder unsicher. Zuletzt meinte eine Dame, die in Selbsterfahrung zu mir kommt, sie gewöhne sich schwer an das Fehlen der Konversationsübergänge, also daran, dass wir am Anfang und am Ende der Stunde nicht mehr sprechen als die Begrüßung und die Verabschiedung. Wieder andere Patientinnen fühlen sich schwindelig, wenn sie nach der Stunde aufstehen. Selten kommt es vor, dass jemand nach einer Stunde auf der Couch, sich nicht mehr hinlegen möchte. Ich denke, es ist besser diesem Phänomen Raum zu geben und anzuhören, was für die Patientinnen am Liegen so unangenehm ist. Ich halte mich an Boss‘ Hinweis, dass aus der Couchlage „kein Dogma“ gemacht werden dürfe. „Wolle man dann den Analysanden um jeden Preis in die Liegelage zwingen, würde man sich eines anti-analytischen freiheitsberaubenden Kunstfehlers schuldig machen“ [24], schreibt er eindrücklich im Grundriss für Medizin und Psychologie. Natürlich kann es sich bei der Ablehnung oder Verweigerung des Liegens auch um einen Widerstand handeln, daher ist der Sinn der leiblichen Verhaltensweise der Patientinnen genau zu erfassen um zu entscheiden, welche Vorgangsweise in welchem Dispositiv am günstigsten für die psychotherapeutische Entwicklung ist[25].
Außerdem ist Liegen nicht gleich Liegen. Auf der Behandlungscouch sind viele Liegehaltungen möglich. Die üblichste – und wohl auch offenste – ist die ausgestreckte Rückenlage mit flach aufliegendem Kopf. Manche liegen in Seitenlage mit angezogenen oder ausgestreckten Beinen, manche legen in Rückenlage so viele Kissen unter den Kopf, dass die Position schon dem Sitzen näherkommt. Manche bewegen sich und verändern die Liegeposition immer wieder, zappeln, strampeln, wippen mit dem Fuß. Eine meiner Patientinnen ließ stets ein Bein auf dem Boden, was auf Fluchtbereitschaft hinzuweisen schien. Sehr selten geschieht es, dass eine Analysandin plötzlich den Kopf wendet und mich ansieht. Kaum je, setzt sich jemand auf, um sich dann aber gleich wieder hinzulegen. All diese Liegehaltungen lassen sich auslegen und mit den Patientinnen besprechen, was horizonterweiternd ist und sich an der Grenze des leiblichen Settings abspielt, was dieses auch in Frage zu stellen oder dagegen zu rebellieren bedeuten kann. Das heißt, die Weise wie die Patientin liegt, ist ein Teil des Beziehungsgeschehens zwischen ihr und der Analytikerin.
In Anwesenheit einer anderen Person zu liegen, schon gar, wenn man diese andere Person nicht sehen kann, braucht Vertrauen. Vertrauen ist somit das entscheidende Moment im Zusammensein von Analysandin und Analytikerin, wenn es um das Beibehalten und Gelingen der Behandlung im Liegen geht.
Wie unüblich und daher für manche unvertraut die liegende Haltung in der Therapie auch sein mag, sie lässt etwas möglich werden. Gerade nämlich, weil sie mit den üblichen Gesprächskonventionen der dialogischen Kommunikation bricht, wirkt das Verlassen der normativen Verhaltensweisen befreiend. Die Erfahrung des Alleinseins, während noch jemand da ist, die schon kleine Kinder machen, wird in der analytischen Beziehung wieder (oder erstmals) möglich uns fördert das Selbstvertrauen ebenso wie das Vertrauen in die Andere.[26]
Die Couchlage der Patientin mit der hinter ihr von ihr ungesehenen Therapeutin ist nur ein – allerdings wesentliches – Detail des mit-weltlichen Zusammenhangs in dem sich die analytische Beziehung ereignet. Das Dispositiv Couch-Fauteuil verweist auf räumlich-leibliche Grundlagen, in denen die Begegnung von Therapeutin und Patientin stattfindet. Diese Grundlagen helfen Möglichkeiten der psychotherapeutischen Beziehung zu eröffnen.
In der Couchlage, mit der hinter der Couch sitzenden Analytikerin, ist ein Loslassen und Entspannen, sogar ein sich Hingeben leichter möglich, was dem Patienten und der Patientin eine rückhaltlose Öffnung und ein Zu-sich-kommen erleichtert.[27] So entfällt so die Chance, aus dem Gesicht und der Haltung der Therapeutin, Regungen und Reaktionen auf das Gesagte abzulesen. Alois Hicklin betont, die Couchlage könne, wenn die Stille ertragen und sogar geschätzt werden könne, die Menschen „zum Hinhören auf die tiefsten Stimmen ihres Seins begleiten“[28]. Außerdem könne der Verzicht darauf, „den Analytiker immerwährend „optisch »im Griff« haben zu müssen“, auch bedeutsam sein für ein allmähliches Loslassen-Können des Patienten und der Patientin von einer Orientierung an der Umwelt und den anderen.[29]
Die Couchlage erleichtert es, die natürliche, bzw. anerzogene, aber für den analytischen Vorgang hinderliche Schamgrenze zu überwinden, denn „sie, erlaubt es der Patientin, sich als Kranken und Hilfsbedürftigen zu fühlen“, seinen Gedanken freien Lauf, und sich selbst fallen zu lassen“.[30] Dem gegenüber wäre in der sitzenden Position einiges gar nicht möglich. Ein längeres Zitat von Medard Boss fasst diesen Einwand gegen das Sitzen im Face-to-Face-Setting eindrücklich zusammen und soll deshalb zur Gänze hier wiedergegeben werden:
„Noch häufiger geschieht es, dass bei einem »normalen«, »erwachsenen« frontalen Gegenübersitzen eines Analysanden, dass jenes, was ihn als das eigentlich Krankhafte am meisten angeht und sich ihm in der Therapie vergegenwärtigen sollte, im Vorhinein verdeckt bleibt (…) Zufolge der ständig sinnenhaft wahrgenommenen zweier scheinbar gleich Erwachsener, aufrecht einander gegenüber sitzender, beide den leiblichen Kopfpol oben haltender, »vernünftig« miteinander verkehrender Gesprächspartner, können oft genug die «gefühlsbetonten», unreifen Verhaltensmöglichkeiten des Analysanden überhaupt nicht thematisch zum Vorschein kommen. Sie »fallen diesem gar nicht ein«, obgleich sie in Wirklichkeit sein Existieren maßgeblich bestimmen.“[31]
Natürlich gibt es auch psychische Störungen, wo eine Couchlage nicht, jedenfalls noch nicht günstig ist, wie z.B. bei Psychosen, schwere Angststörungen und bei sehr jungen Patientinnen.
Die Couchlage der Patientin ermöglicht der Analytikerin ein freieres, ungezwungeneres Zuhören. Sie kann sich ganz auf das Vernommene konzentrieren, d.h. versammeln, und sich auch leichter zurückhalten, gleich etwas zu sagen, wie es die gesellschaftliche Konvention vorsehen würde. Die psychische und physische Freiheit der Analytikerin ist somit größer, was der Behandlung nur zugutekommen kann.[32] „Diese therapeutische Anordnung ermöglichte es dem Arzte, sich am weitesten für das Erblicken sämtlicher Dinge und Mitmenschen offenzuhalten, die der Analysandin während der Behandlungs-Stunden »einfallen«, was heißt, sich ihr vergegenwärtigen würden.“[33] Die Analytikerin kann diesem „Was“ gegenüber so offener sein, was ebenso auch für das „Wie“ gilt, also die Weise, wie die Analysandin sich zu den vergegenwärtigten Gegebenheiten seiner Welt einlassen und ihren zu entsprechen vermag[34].
In der Psychoanalyse ist die Couchlage auch zur Förderung und Deutung der Übertragung und der Regression gedacht. Diese Sicht teilt die Daseinsanalyse nicht. Wir sprechen weder von Übertragung noch gehen wir von einer Regression des Patienten aus.
Die Übertragung, also das, was sich in der therapeutischen Beziehung an Gefühlen seitens der Patientin in Bezug auf die Therapeutin zeigt, meint nicht etwas aus früheren Erfahrungen, aus einem wie auch immer verstandenen Inneren der Patientin auf die Therapeutin Übertragenes, sondern meint die Therapeutin selbst,denn sie ist es ja, dei nun mit dem Patienten in Beziehung ist. Im Erscheinungsraum des Miteinanderseins beider zeigen sich diese Regungen der Patientin der Therapeutin gegenüber. Die Patientin verhält sich in der Beziehung, so wie es ihr zu diesem Zeitpunkt möglich ist, und das wird zuerst in der bisher gewohnten Weise sein. Dennoch handelt es sich um echte zwischenmenschliche Phänomene, die das Aufbrechen neuer Beziehungsmöglichkeiten ankündigen.[35]
Regression, in der Art des Zurückfallens auf eine frühere Entwicklungsstufe, wird in der Daseinsanalyse als Begriff nicht verwendet. Dennoch ist das Phänomen, dass man unter gewissen Umständen wieder auf frühere, kindliche Verhaltensweisen zurückgreift bzw. in seinem Sein reifere und erwachsenere Vollzugsmöglichkeiten noch nicht entwickeln konnte, beschrieben. Auf der Analysecouch, unter den besonderen Beziehungs- und Gesprächsbedingungen der Behandlung kann sich solch kindlicheres Verhalten leichter offenbar und in der Beziehung zur Therapeutin weiterentwickelt werden. Das ist es, was gelegentlich als Nachreifen der Patientinnen bezeichnet wird.
Neben der räumlich-leiblichen Anordnung der Teilnehmenden sind zwei, drei weitere zur analytischen Behandlung gehörende Bedingungen nötig. Das sind die Einführung der Grundregel, die abstinente Haltung der Analytikerin und die hohe Stundenfrequenz, mit mindestens zwei, aber auch mehr Stunden pro Woche.
Die (auf Freud zurückgehende[36]) Grundregel, wo die Analysandin am Beginn der analytischen Zusammenarbeit aufgefordert wird, alles, was in den Sinn kommt, auszusprechen, ohne Auswahl und ohne Rücksicht auf eigene Schamgefühle oder Hemmungen, aber auch auf die Analytikerin, gehört untrennbar zur Analyse. Bei Condrau erfordert die Einhaltung der Grundregel die Couchlage. Er versteht die Grundregel als Aufforderung an den Patienten, „sich im Gespräch dem Therapeuten völlig zu öffnen, ihm auch Dinge zu sagen, die diesen selbst angehen. Er hat also die Möglichkeit, Liebes- und Hassgefühle, selbst Gerüchte, die er vernommen hat (...) zu äussern, er kann schweigen, weinen, schreien, ohne eine mimische oder gesprochene Antwort zu erhalten, die für ihn möglicherweise unangenehm wäre.“[37] Die Anwendung der Grundregel, auch das lesen wir bei Condrau, setzt die Couchlageder Patientin, bei der Kopf und Herz auf eine Ebene kommen, voraus. „Denn nicht der Kopf und Intellekt unserer Kranken, viel mehr ihr Herz ist verschlossen und in Angst abgeschnürt“[38], wie Boss das ausdrückt. Die Erholung der Analysandin geschieht im Gespräch mit der Therapeutin. Sie sind ein Gespräch[39], entsprechen also dem, was sich ihnen, während sie miteinander sind, zuspricht. Die Anliegen und das Wesen der Patientin kommen zur Sprache, wenn offen, ohne Rückhalt alles gesagt werden kann. Die vertrauensvolle therapeutische Beziehung ist der Rahmen und die Erscheinungsstätte dieses Vorgangs. „Das Wesen der Sprache —: Die Sprache des Wesens“[40]. Heideggers berühmte Stelle, dass es die Sprache sei, welche das Wesen eines Menschen hervorbringen könne, lässt sich auf die Grundbedingung der analytischen Behandlung anwenden, dass alles, was in den Sinn kommt, was uns also anspricht, auszusprechen ist. In der Psychotherapie ist es das Wort vermittels dessen wir diesem Anspruch entsprechen und ihn so bewältigen[41].
Die abstinente Haltung gründet in der vorausspringend-befreienden Fürsorge der Psychotherapeutin. Diese stellt einen Beziehungsrahmen zur Verfügung, in dem die Patientin ohne Eingriff von außen sich selbst erfahren und erproben kann. Im Vorausspringen gewährt der Mensch einer Anderen die fürsorgliche Offenheit, die es braucht, damit diese Andere auf sich selbst zurückkommen kann. Die abstinente Haltung der Therapeutin besteht in der Weise der vorausspringend-befreienden Fürsorge, verstanden als ein Gemeinsam-sein in emotionaler Zuwendung, im Sinne der Entwicklung der Patientin.[42] Diese enthaltsame Weise der Zuwendung äußert sich auch im Schweigen der Therapeutin, denn es ermöglicht dem behandelten Menschen Sammlung und damit ein auf sich selbst Zurückkommen, das sich Zeit nehmen darf. Solcherart Schweigen ist Zuwendung, ist Respekt und geduldiges Hinhören auf das, was sich zeigt.
Die Frequenz der Behandlungsstunden schließlich beträgt in der analytischen Behandlung mehr als eine Stunde in der Woche. Das ermöglicht eine Intensivierung und Verdichtung des Geschehens und eine Vertiefung der Beziehung zur Therapeutin. Das alltägliche Besorgen und Aufgehen im Alltäglichen wird durch die vielen und engmaschigen Stunden der Analyse abgemildert im Sinne eines Vorrangs des Eigenen, das sich in den Stunden wieder und wieder entfalten und wachsen kann.
Couch-Kritik und Couch-Verteidigung – auf dem Weg zu fruchtbaren Gesprächen
Nun hat sich schon Freud selbst mit Einwänden gegen die Behandlung in Couchlage in der analytischen Behandlung beschäftigt. Er meint z.B., die Patientin fasse die „aufgezwungene Situation“ – gemeint ist die Behandlung im Liegen – „als Entbehrung auf“ und sträube sich dagegen[43]. Die Patientinnen selbst können Einwände haben, die einerseits durch ihre Symptomatik bedingt oder aber in ihrer Situation durchaus berechtigt sind.
Wie wir diese Unterscheidung als Therapeuten verstehen, bzw. überhaupt vornehmen möchten, bringt uns bereits zu jenen Einwänden gegen die Couchlage, die dem Setting Couch-Fauteuil einen autoritären Charakter zuschreiben. Die sitzende Therapeutin und die liegende Klientin würden in dieser Begegnungs-Anordnung ein autoritäres Gefälle erzeugen, was die Patientin zum unterlegenen oder sogar unterdrückten Partnerin im Gespräch werden lasse, die sich Deutungen gefallen lassen müsse. So seien die Partnerinnen nicht gleichberechtigt. Patientinnen würden sich beklagen, dass sie keinen Blickkontakt mit der Therapeutin hätten und sich alleine gelassen fühlten, sich vorkämen, als würden sie gegen eine Wand reden. Gion Condrau führt diese Einwände gegen die Behandlung in Couchlage an und meint, sie seien rational schwer zu widerlegen[44]. Er greift zum Vergleich mit der Weise, wie Ärztinnen und Patientinnen zusammenträfen, wo die Patientin sich auch oft zur Behandlung niederlegen müsse und keine Einwände erheben würde. Darüber hinaus spricht er von Telefongesprächen, wo die Menschen auch keinen Blickkontakt hätten und sich nicht daran stören würden. Meiner Meinung nach, sind das wenig überzeugende Gegenargumente.
Ich denke, die Einwände der Patientinnen und auch der Kolleginnen, die nicht im Liegen behandeln, sind durchaus bedenkenswert. Wir sollten uns gut überlegen, ob wir jeden pathologisieren wollten, der sich nicht bereitwillig auf unsere Behandlungscouch legt oder gar die Couchlage zur Bedingung der Behandlung machen. Wenn es sich bei der Weigerung, sich in der Therapiestunde hinzulegen um einen Widerstand handelt, ist ein Gespräch – auch über mehrere Stunden im Sitzen eine Möglichkeit, Menschen das Vertrauen gewinnen zu lassen, dass sie sich schließlich doch hinlegen, weil sie den Sinn dieser Behandlungsform nachvollziehen können. Andere wieder empfinden es anfangs so unangenehm zu liegen, dass sie diese Position nicht mehr einnehmen möchten, weil zu viel aufsteigt, das unangenehm oder beängstigend, jedenfalls noch überfordernd ist. Wie in jeder anderen Krankenbehandlung auch, ist es die Patientin, die entscheidet, was sie zulässt, wie weit sie gehen möchte und nicht die Ärztin, die nur aufgrund ihrer Expertise vorschlagen kann, was sie für nötig hielte. Es mag sich in einer Face-to-Face sitzenden Therapie, vor allem für analytisch ausgebildete, im Liegesetting sozialisierte Therapeutinnen nicht so viel erreichen lassen, die Patientin mag nicht so große Fortschritte machen. Dennoch denke ich, es darf niemand zum Liegen genötigt werden, auch nicht in der Form, dass man ihn sonst nicht behandle. Wir können der Patientin kaum die Eigenverantwortung absprechen wollen, die wir ihr doch in der Haltung der einspringend befreienden Fürsorge überlassen hatten, nur weil sie unsere Vorgaben nicht befolgen will.
Der französische Philosoph Michel Foucault hat sich Zeit seines Lebens mit der Ordnung des Diskurses beschäftigt. Er spricht in seinen Werken die Couchbehandlung in der Psychoanalyse nicht explizit an, es lässt sich aber implizit erkennen, dass er in der Psychotherapie einen Herrschaftsdiskurs sieht. Wie am Anfang dieses Textes bereits ausgeführt kritisierte Michel Foucault die Kommunikation unter asymmetrischen Bedingungen. Die Analytikerin befände sich außerhalb des Blickfeldes, was ein ungleiches Machtverhältnis erzeuge, das Setting fördere ein Geständnisregime, der Körper werde diszipliniert, in dem er ruhig liege und zum Sprechen gebracht werde, was Wahrheit unter institutionellen Bedingungen hervorbringe[45].
Foucault war einer der Denker, die für die Antipsychiatriebewegung der 1960er und 70er-Jahre wichtig waren, ebenso wie der Psychiater Ronald D. Laing. In diesem Kontext ging es auch um die Ablehnung von Zwangsbehandlungen, die Ablehnung einer Definition von Normalität und Kritik an institutionalisierter Psychiatrie sowie struktureller Gewalt.
Aus soziologischer Sicht ist diese Kritik berechtigt und hat geholfen Missstände aufzuzeigen. Auch das analytische Setting stand im Rahmen dieser kritischen Sicht auf die Behandlung von Kranken wieder einmal in der Kritik. Meiner Ansicht nach hilft diese Kritik uns Analytikerinnen, unser Handeln zu reflektieren, das Behandlungs-Setting noch besser verstehen zu lernen und über selbstverständliche Praktiken und Handlungsweisen klarer zu werden. Es ist somit eine Chance, unserer eigenen Seinsweise als Therapeutinnen auf den Grund zu gehen und unsere Haltung zu reflektieren.
In der Psychotherapie und gerade in der analytischen Behandlung im Liegen, die ja viel intensiver ist, geht es darum, Menschen die Möglichkeit zu geben, die Einengungen und Hemmungen, die sie in den Vollzugsmöglichkeiten ihres Daseins erlitten haben aufzulösen. Oft wird die daseinsanalytische Therapeutinnen-Patientinnen-Beziehung zusammen mit der Analyse-Anordnung von Couch und Stuhl als Proberaum bezeichnet (Freud nannte es einmal einen Tummelplatz[46]). Bei der analytischen Situation, der analytischen Beziehung, dem analytischen Miteinandersein handelt es sich um das zur Verfügung-Stellen von bestimmten Rahmenbedingungen, die einen Handlungsspielraum eröffnen einerseits und andererseits die analytische Konversation (wie es René Roussillon[47] nennt) ermöglichen sollen, welche besonderen Kriterien unterliegt (welche in der Psychoanalyse sind: Abstinenz und freischwebende Aufmerksamkeit der Analytikerin, Möglichkeit zu Schweigen, kein Blickkontakt, Übertragung, Regression, freie Assoziation der Patientin, Deutung der Analytikerin). Das bedeutet, der Rahmen hilft die Bedingungen zu schaffen, welche die echte analytische Begegnung und Beziehung zwischen Patientin und Analytikerin ermöglichen. Somit wäre der Rahmen alleine noch nicht das, was eine Analyse zur Analyse macht, er stelle nur eine Bedingung der Möglichkeit dar, dass so etwas wie eine Analyse stattfinden könne.
Die Daseinsanalyse, die von Anfang an das Freud’sche Analyse-Setting übernommen hatte, wird heute sowohl im analytischen als auch im Face-to-Face Setting betrieben. In beiden Verfahren nennen wir uns Daseinsanalytikerinnen. Das österreichische Psychotherapiegesetz nennt die Daseinsanalyse eine Psychotherapie. Die Unterscheidung zwischen Therapie und Analyse wird hier verwischt. Ich denke jedoch, es ist wichtig, diese Unterscheidung weiter beizubehalten. Patientinnen, die sich für eine analytische Behandlung in der Daseinsanalyse entscheiden, werden im Liegen den therapeutischen Prozess durchlaufen. Manche unserer Kolleginnen bieten keine andere Behandlung als die hochfrequente im Liegen an. Die meisten von uns werden aber wohl flexibler mit dem Setting und den Bedürfnissen der Patientinnen umgehen. Wenn das nun so die Realität im daseinsanalytischen Behandlungsalltag ist, warum dann noch auf die Bedeutung und Wichtigkeit des Liegens verweisen? Interessanterweise weist der französische Psychoanalytiker René Roussillon in seinem Text über das psychoanalytische Gespräch „Eine Couch in Latenz“[48] auf das Phänomen hin, dass sie Couch auch in Behandlungen, wo sie nicht genutzt wird, latent zum analytischen Prozess gehört, in der Daseinsanalyse würden wir sagen, abwesend anwesend ist. Zum einen haben – das kann ich zumindest für die daseinsanalytische Ausbildung in Österreich sagen, alle Daseinsanalytikerinnen die eigene Analyse hochfrequent im Liegen gemacht. Die Couch ist aus unserer Sozialisation als Therapeutinnen und unserer Erfahrung im eigenen analytischen Prozess nicht wegzudenken. Da die Lehranalyse das Herzstück, die tragende Säule der daseinsanalytischen Ausbildung ist, wird diese Erfahrung und persönliche Entwicklung in unserem Sein als Therapeutinnen immer eine entscheidende Rolle spielen. Diese Erfahrung ist vom Wissen vom Sein auf der Couch nicht zu trennen. René Roussillon spricht von einer von der Notwendigkeit der Definition der gleichsam „unterirdischen Kontinuität zwischen Couch und Face-to-Face“, die „durch die »Latenz der Couch« im Face-to-Face sichergestellt wird“.[49]
Zum anderen ist die Behandlungscouch für viele Patientinnen eine Repräsentanz der Analyse. Steht sie auch ungenützt im Behandlungsraum, klingen sowohl die ganze Geschichte der Psychoanalyse als auch populär-kulturelle Klischees wie sie z.B. in den Filmen von Woody Allen zu finden sind, mit an. Aber es ergeht auch ein Anspruch an die Patientin, es doch mit dem Liegen zu versuchen. Innerlich stellt sich die Patientin also zur Couch, und ob sie will oder nicht, sie verhält sich zu ihr. Die Couch als Archetyp der psychoanalytischen Behandlung spielt immer in den Prozess der analytischen Behandlung mit hinein.
Warum heute noch liegen?
Nach Nennung einiger Argumente gegen die analytische Behandlung in Couchlage möchte ich nun der Couch eine Lanze brechen, denn ich halte die hochfrequente Methode im Liegen (mit der Therapeutin für die Patientin unsichtbar hinter der Couch sitzend) nach wie vor für den Königsweg der daseinsanalytischen Behandlung. Warum ist das so?
Dem Einwand, der Analytikerin wäre die liegende Patientin lieber, weil es für sie bequemer sei, wäre zu entgegnen: Warum auch nicht? Wie Freud so offen zugab, er vertrage es nicht, acht Stunden täglich angestarrt zu werden, mag heute eigenartig anmuten, aber es ist auch erfrischend ehrlich. Es wichtig, dass jede Analytikerin darauf achtet, was ihr gut tut und welches Setting ihr Gelassenheit, Absichtslosigkeit, Zuwendung, Aufmerksamkeit und ganz bei der Sache der Patientinnen bleiben zu können am besten ermöglicht.
Wenden wir uns dem Vorwurf der asymmetrischen therapeutischen Beziehung und der Gefahr des Missbrauchs von Autorität zu. Zum Ersten gilt das ebenso für die Behandlung im Sitzen, wenn auch vielleicht nicht in dem Ausmaß. Die Menschen kommen zu uns an einem Punkt ihres Lebens, wo sie oft nicht mehr weiterwissen und überfordert sind, das Gefühl haben, es alleine nicht mehr zu schaffen. In dieser Situation des Leidens und der Hilflosigkeit wird die Therapeutin zum Rettungsanker und da sie auch als Expertin angesehen wird, zur Autorität. So könnte man sagen, schon in der ersten Begegnung liegt eine gewisse Asymmetrie, derer sich die Therapeutin bewusst sein sollte. Es liegt in der Verantwortung der Therapeutin, diese augenblickliche Schwäche der Patientin nicht zum eigenen Vorteil auszunutzen, sondern darin eine besondere Schutzbedürftigkeit und Angewiesenheit zu erkennen. Hier ist einmal mehr die besondere Bedeutung einer langen und profunden eigenen Lehranalyse[50] zu betonen, die es der Analytikerin ermöglicht, aus ihrem eigenen Wesensgrund zu leben und möglichst frei über ihre eigenen Seinsmöglichkeiten zu verfügen, so dass keine Notwendigkeit besteht, über die Patientin Macht auszuüben oder auf andere Art das Verhältnis zur Patientin und ihr Vertrauen zum eigenen Vorteil auszunützen. Die analytische Beziehung und das analytische Gespräch sind Sonderformen der mitmenschlichen Kommunikation, wo unter kontrollierten Bedingungen (Setting) ein Neuanfang für Beziehungsmöglichkeiten und Vertrauen gewagt werden kann. Dieser analytische Beziehungsraum ist besonders gefährdet und zart, weil gewöhnliche Gesprächskonventionen und Weisen der Alltagskommunikation hier ausgeklammert werden, im Sinne einer Erholung der eigenen (Wesens-)Sprache von Grund auf. Der Halt, den gesellschaftliche Konventionen und Überlebensstrategien bisher gegeben haben, wird, bis eigene neue Seinsmöglichkeiten entdeckt und entwickelt werden, durch das Vertrauen in die analytische Beziehung gewährleistet. Die bisherige Lebensweise soll zur Sprache kommen und in Frage gestellt werden können, um im Sinne der Neuentdeckung des Weltbezugs von ur-eigener Rede (im Sinne des Existenzials der Rede in „Sein und Zeit“)[51] und von Verhaltensmöglichkeiten im Zusammensein mit dem Analytiker sich von Grunde auf erholen zu können. Dieser Raum ist kostbar und fragil, getragen durch die Beziehung von Patientin und Analytikerin.
Im Schutz der therapeutischen Beziehung kann die Analysandin sich öffnen und ihr bisheriges Leben fraglich werden lassen, Daseinsmöglichkeiten aus der bisherigen Einengung befreien oder ganz neu entdecken. Wir werden in Beziehung krank und wir können nur in Beziehung gesund werden. Das geht nur in einer Probewelt, die im Gehalten-sein durch die therapeutische Beziehung nicht der Gesprächsgewohnheit der alltäglichen Welt folgt und diese perpetuiert, sondern tiefer kommt, wach und offen werden lässt für das Ereignis aus dem wir alle unser Sein empfangen: Wo Seinsvergessenheit war soll Seinsvergegenwärtigung werden.
Das Zu-sich-Kommen heißt aus dem eigenen Wesensgrund leben lernen. Dem, was sich ereignishaft zuspricht auf eigene Weise antworten und entsprechen zu können ist nichts, was objektiviert werden könnte. Daher ist Selbst-sein verbal zu verstehen und kann überhaupt keiner Norm oder vorgefertigter Vorstellung entspringen, weil das Sein im Ereignis ohne Unterlass und auf je eigene Weise zu uns spricht, und in Kontakt mit diesem Quellgrund das eigene Entsprechen nicht in fixen Antwortmöglichkeiten besteht, sondern ein lebendiges, immer wieder neu und frei zu vollziehendes Entsprechen ist. Auf diese Gabe, dass wir sind und sein dürfen, aufmerksam zu werden und in Beziehung zur Therapeutin sich auf das eigene Antworten verstehen zu lernen ist meiner Meinung nach am besten in der Couchlage möglich, die es im entspannten, gesammelten Zustand erlaubt, ganz zu sich zu kommen, ohne Angst haben zu müssen, das Gesicht zu verlieren oder beurteilt zu werden.
Daher ist bei allen beachtenswerten Einwänden gegen das Couch-Setting in der Therapie ein unbestreitbarer Mehrwert der Behandlung, die eine Befreiung zum eigentlichen Selbst darstellt.
Literatur
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© Wien, im April 2026
[1] Dieser Text ist um der besseren Lesbarkeit willen in der weiblichen Form geschrieben und meint die männliche jeweils mit. Nur wörtliche Zitate sind hiervon ausgenommen, da sie in der Originalform wiedergegeben sind.
[2] Freud, Sigmund (1997): Zur Einleitung der Behandlung, 193
[3] See Heidegger, M. (1993): Sein und Zeit, §27, 126 (Engl. Version: Being and Time, p.118)
[4] Jung C.G zitiert in Lingiardi, V. und De Bei, F. (2011): Questioning the Couch, p.393 (Hervorhebungen durch die Autoren)
[5] Siehe hierzu Boss, M.: Grundriss; Condrau, Gion: Sigmund Freud und Martin Heidegger
[6] Foucault, M. (2026): Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit 1, 61ff.
[7] Freud, S. (1997): Zur Einleitung der Behandlung, 193
[8] Martinelli, Lydia (2006): Vorstellung eines Möbels, 7
[9] Ibid.
[10] Adorno, Theodor W. (2001), zitiert nach Martinelli, L. (Hrsg.) (2006): ebd.
[11] Ebd., 7f
[12] Ebd., 14u.
[13] Freud, Sigmund (1997): Zur Einleitung der Behandlung, 193
[14] Bollnow, O.F. (1997): Mensch und Raum, 172
[15] Ebd.
[16] Baier, K. (2004): Sitzen. Zur Phänomenologie einer spirituellen Grundübung, 243
[17] Ebd., 245
[18] Wucherer (2008): Fragen um den Beginn des Träumens, 83 (Hervorhebung d.d. Verf.)
[19] Vogel, J. (2006): Die Couch im Raum: Positionen, 143f
[20] Vahle, F. (2004): Liegen lassen, 91
[21] Siehe hierzu Tadie Jean-Yves (2008): Marcel Proust, 1150ff
[22] Siehe hierzu Kafka, F.: Tagebücher 1912-1914
[23] Siehe hierzu Kafka, F.: Der Proceß, 104ff
[24] Boss, M. (1999): Grundriss, 532
[25] Ebd.
[26] Winnicott., D.: Die therapeutische Arbeit mit Kindern zitiert in Reck H.J. Sehen- und Hörenlassen, was ist 374
[27] Der folgende Abschnitt ist im Wesentlichen meinem Text „Vom psychotherapeutischen Eros“ entnommen, und mit leichten Abwandlungen und Ergänzungen hier wiedergegeben. Sie hierzu: Aigner, C. (2021): Vom psychotherapeutischen Eros 106ff
[28] Hicklin, A. (1993): Haltung, 196
[29] ebd.
[30] Condrau, G, (1992): Freud und Heidegger, 287
[31] Boss, M. (1999): Grundriss, 532
[32] Aigner, C. (2020): Vom psychotherapeutischen Eros 107
[33] Boss, M. (1999): Grundriss 531
[34] Ebd., 533
[35] Strobl, R; Libisch S.; Aigner, C. (2022): Diagnostik in der Daseinsanalyse, 183
[36] Freud (1997): Zur Einleitung der Behandlung, 194
[37] Condrau, G. (1992): Freud und Heidegger 287
[38] Boss, M. (1962): Lebensangst 55
[39] Hölderlin, F. (2008): Friedensfeier. In Gesammelte Werke 186
[40] Heidegger, M. (1985): Unterwegs zur Sprache, 166
[41] Reck (2020): Voraussetzungen für eine interkulturelle Verständigung in der Psychotherapie 362
[42] Reck (2023): Mögliche Beziehungen in einer gemeinsamen Welt 220
[43] Freud, S. (1997): Zur Einleitung der Behandlung 193
[44] Condrau, G. (1992): Sigmund Freud und Martin Heidegger 287f
[45] Siehe hierzu Foucault, Michel (2026): Der Wille zum Wissen und Foucault, Michel: Überwachen und Strafen (2024)
[46] Freud, S. zitiert nach Boss, M. (1999): Grundriss, 530
[47] Roussillon, R. (2009): Das Psychoanalytische Gespräch: eine Couch in Latenz, 424
[49] Roussillon, R. (2009): Das Psychoanalytische Gespräch: eine Couch in Latenz 419ff
[50] Der Trend zur Kürzung der Lehranalyse in einigen daseinsanalytischen Ausbildungsinstituten weltweit, scheint mir von daher äußerst bedenklich, denn die Lehranalyse ist das Herz der Ausbildung und die in ihr gemachte Entwicklung eigener, freierer Seinsmöglichkeiten, der tragende Grund jeder eigenen therapeutischen Tätigkeit.
[51] Sie hierzu Heidegger, M. (1993): Sein und Zeit. Paragraph 34, Dasein und Rede. Die Sprache 160 – 166
English Version:
From a Discursive Bed of Prodigal Living to a Confessional Apparatus?
The Analytic Couch: The Pros and Cons of Its Use and
What Daseinsanalysis Has to Say About It[1]
By Charlotte Aigner (2026) – written while lying down
“I adhere to the advice of having the patient lie on the couch while one takes a seat behind him, unseen by him!” wrote Sigmund Freud in “Zur Einleitung der Behandlung” (On Beginning the Treatment)[2], published in 1913. The primal scene of Psychoanalysis, the defining dispositif, is mentioned here almost in passing. Yet this arrangement of treatment—the patient lying down and the therapist sitting behind him—has, more like anything else, shaped the collective image, the conception of what psychotherapy and especially what Psychoanalysis is. Today, however, this form of psychotherapy actually belongs to Psychoanalysis and, in a sense, sets it apart from general psychotherapy. Still, it seems to be falling out of fashion. But what falls out of fashion can, after some time, come back into fashion. Daseinsanalysis, which adopted the setting of Psychoanalysis from the start, “fashion” refers more to something that belongs to the They (das Man) mode—that is, the mode of everydayness[3]. Fashions exist not only in everyday culture but also in the sciences and as in the field of psychotherapy they are closely linked to social and cultural changes.Of course, passing trends alone have not cast doubt on the couch in the therapy room. Nor have they affected the practice of treating patients lying down. C.G. Jung, for his part, took a strongly negative stance toward treatment while the patient is lying on the couch. In his Tavistock Lectures, he said:
„In psychotherapy . . . the very fact that the patient has emotion has an effect upon [the doctor]. And it is a great mistake if the doctor thinks he can lift himself out of it. He cannot do more than become conscious of the fact that he is affected. . . .It is even his duty to accept the emotions of the patient and mirror them. That is the reason why I reject the idea of putting the patient upon a sofa and sitting behind him. I put my patients in front of me and I talk to them as a natural human being to another, and I expose myself completely and react with no restriction…”[4].
Nevertheless, the view of Psychoanalysis has become ingrained in the form of this almost archetypal treatment setting.
The Daseinsanalysts Medard Boss and Gion Condrau also emphasize the importance of the couch position and are skeptical of other forms of daseinsanalytical interventions and settings. However, for both of them, the use of the couch in analysis does not constitute a normative treatment requirement, as will be explained below[5].
In fact, during the 20th century, the discourse on treatment methods in psychoanalysis and psychotherapy (Daseinsanalysis was practiced by too few to have had a genuine voice in this discourse) took on diverse forms and, in the context of critiques of authority and reflections on discourses of domination, also critically examined the relationship between therapist and patient. The couch position fell into a bad reputation because, as a mechanism for exercising authority, it was criticized for reducing the patient to a subordinate in a power relationship.
Michel Foucault criticized communication under asymmetrical conditions. The analyst is positioned outside the patient’s field of vision, which creates an unequal power dynamic; the setting fosters a regime of confession; the body is disciplined by lying still and being made to speak, which produces truth under institutional conditions[6]. Theodor Adorno, on the other hand, believed that the couch position at best encourages people to talk excessively. Furthermore, the analyst came under suspicion of making himself comfortable in the analytical situation by avoiding direct confrontation and observation by the patient, thus, so to speak, slipping out of his duty in the conversation. Freud had already mentioned this possibility when, in the aforementioned text “Zur Einleitung der Behandlung,” he spoke of not being able to bear being stared at by his patients for eight hours a day[7].
The fact is that the analytical treatment of a person lying down, with the analyst seated behind the patient, is a special form of discourse and conversation—that is, of the interpersonal dyadic relationship. It is not the setting alone (be it spatial, temporal, bodyly, linguistic etc. – in German: räumlich, zeitlich, leiblich, sprachlich etc.) that is decisive here, but it is chosen in such a way that it makes certain thoughts, behaviors, moods, and ideas possible.
I aim to take the criticism of the couch setting in psychotherapy seriously and engage, from a daseinsanalytical perspective, with the thought-provoking and valid arguments made against it. I want to both critically examine this particular and increasingly rare form of treatment and better understand its purpose and justification.
This is followed by a brief detour on the divan as a piece of furniture, including reflections on the bodily (leiblich) experience of lying down. I then turn to the specific situation of lying down in the presence of another person.
Next, I discuss the analytical setting in Daseinsanalysis. This includes not only the couch–chair arrangement, but also the basic rule, abstinence, and a higher session frequency. I then present various critiques of the couch setting. Finally, I return to the arguments for maintainig the couch position in daseinsanalytical treatment and consider them in response to these criticisms.
The Divan, a Notorious Piece of Furniture
Psychoanalysis is closely associated with the idea of treatment on the couch. Lydia Marinelli speaks of the symbolic significance it holds due to its connection to Freud, a significance that seems indelibly embedded in popular culture[8]. A piece of furniture from the bourgeois living room suddenly found its way into the doctor’s or Psychoanalyst’s office. How did that happen? How did the couch transform into a therapeutic tool?[9] The lying down position was associated with the opening up of a possibility for insight. At first, this might have seemed alienating. Adorno comments on this in a misogynistic and unfriendly tone: “On the divan, one is shown in a relaxed state how thinking turns into the »chatter of the mother-in-law«.[10] According to Martinelli, he regarded the lying down position as a kind of »dethronement of philosophy through its fusion with the chatty conversations in the living room«.”[11]
Confessions, intimate conversations, and erotic discourses or acts were closely associated with the divan as a piece of furniture. It carried a certain air of scandal, which also stemmed from the shift in posture from the more controlled act of sitting to the more relaxed, casual act of reclining. The boundaries between sitting and lying down became blurred. When lying down, control tended to be lost; one became more open, and the reins of convention began to loosen. For this reason, the divan was also a suspicious piece of furniture, as it stood in close proximity to sexual activities.[12]
In the 19th century, rest cures (Liegekuren) were a common method for treating nervous disorders; the sofa was reserved for milder cases, while the bed was used for more severe ones.
Freud had been using an ottoman in his treatment room since 1886. This was useful in the context of various forms of treatment, such as hypnosis. Freud also refers to this original use of the reclining chair in the introduction to the treatment: “This arrangement has historical significance; it is a remnant of hypnotic treatment, from which psychoanalysis developed.”[13] The tight corset of bourgeois conventions strictly regulated social encounters and conversations. It even determined which furniture people of which gender were allowed to use for certain discussions. Lying on the couch loosened these restrictions. It was seen as a threat to propriety and morality.
It was precisely this softening and loosening of the patient’s own posture—and thus also of the social norms in which the patient was embedded in daily life—that made the lying down position on the couch the ideal means of expressing the physical mode of being in the liberating process of Psychoanalysis.
The Mode of Being in a Lying Position
A person’s posture, understood in bodily (leiblich) terms, is the way it relates to space (Raum)—that is, how they are opening up space for themselves (sich einräumen[14]) —but also how they maintain a distance from their surroundings that requires self-awareness. According to Otto Friedrich Bollnow, posture has always presupposed a certain relationship to the self, “a certain shaping” that a person has given to themselves and that then has a reciprocal effect on their relationship to the world, to other people, and generally to the questions of life[15]. Unlike unreflective behavior, posture has always presupposed an explicit attitude toward oneself and thus an inner freedom.[16]
When lying down, however, (following Bollnow) it is no longer possible to maintain this kind of posture. This applies not only to the external (bodily) posture, but also to the internal one. Thus, when lying down, a person has a different relationship to the world than when standing or sitting. When lying down, a person is no longer positioned as they are in other postures. They are no longer compelled by gravity to remain upright, but can let go, surrender. The entire side of their body that is resting brings the contact with the supporting surface into a comprehensive, balanced equilibrium that is achieved without exertion. The physical act of lying down enables relaxation, a coming to oneself. States of (day)dreaming, dozing, falling asleep, waking up, relaxing, resting, and letting oneself go become possible.
The tension with the world that defines one’s posture is relinquished when lying down. Yet lying down is nonetheless a physical posture as well as a mode of being, one that is, however, defined more by letting go, by surrendering to the supporting surface.
Karl Baier does not assume a relinquishment of posture in the state of lying down. He speaks of the bodily posture (leibliche Haltung) that existence always assumes—that is, embodies.
This goes back to a conception “according to which the bodily constitution signifies the way in which someone is there, i.e., concretely carries out their being-in-the-world.”[17]
Bodily posture reflects how we open up a space for ourselfs (wie wir uns einräumen) in our presence (Anwesenheit) and express our state of being. Through posture, we relate bodyly (leiblich) to others, to ourselves, and to the world around us. This is an essential characteristic of embodied (leibliche) existence of Dasein.[18]
Through bodily posture, we relate to existential space— trough giving space, which is making room “actual factical orientation is possible”[19]. Based on spacial experience, the world of Dasein is structured into up and down, left and right, back and front.
Lying down is more closely associated with resting and sleeping. While standing and sitting tend to require alertness, lying down allows for a reduced state of alertness and vigilance. If we feel safe and well supported by the surface beneath us, a sense of security sets in. Tension, self-protection, holding oneself up, standing firm, and remaining in a fixed position are still possible while lying down, but far more difficult to maintain. Lying down physically opens us up to the proximity of sleep and thus to a dreamlike state of being. When Augustinus Wucherer states, “In sleep and the dreamlike existence associated with it, we touch upon the mysterious depths of human existence itself.”[20] In that context, one might ask whether the mere proximity of sleep and dreaming while lying down might already enable us to intuitively approach the experience of these mysterious depths. Lying down connects us to early childhood, to the sickbed, and to the physical posture in which we most often pass from life to death.
Lying down in the presence of others is generally considered unusual in social settings, at least when it does not occur in the context of illness or medical treatment. Nevertheless, history offers many examples of people receiving visitors or working while lying down. For example, the most prominent diplomat at the Congress of Vienna, Friedrich Gentz. He “was considered a figure of uncertain masculinity simply because he conducted his political work while reclining on an ottoman,”[21] or René Descartes, who spent 16 hours a day in bed with the curtains drawn because he could think best in that atmosphere[22].
Marcel Proust, too, lived and worked in a lying position in a constantly darkened room, hoping that this would help him recall his memories (for) *In Search of Lost Time*[23] The setting of his writing thus created a kind of space for memories (Erinnerungsraum[24]).
Franz Kafka sought inspiration and dreamlike experiences as he lay on the sofa in the afternoons and put his ideas down on paper at night.[25] It is Kafka, too, who repeatedly describes people lying in bed. Thus, in the novel *The Trial*, Josef K.—wrongfully accused and unaware of what he is actually charged with—seeks out a lawyer, who, however, receives him while lying in bed, a situation that seems absurd and causes the protagonist to doubt the lawyer’s competence and trustworthiness.[26]
The Couch Position in (Daseins)Analysis
Thus, following Freud, the analytical treatment on the couch is also part of the way in which the doctor-patient relationship is enacted spatially and bodily. Much was said in favor of the couch position in therapy back then, and much still is today. Freud himself sat—just as in the daseinsanalytical setting—behind his patients, who could not see him. However, if one observes the position of his chair behind the couch—both at the Freud Museum in London and in photographs depicting him sitting behind the couch—it is striking that he is not facing the patient but has his ear turned toward the patient.
This suggests that not only could the patient not see the analyst, but the analyst also did not have the patient in his line of sight; instead, he was all ears.
In Daseinsanalysis, it is still common practice to treat patients on couch. Although many colleagues, like myself, now also see patients in a face-to-face setting. In any case, the initial consultations and the first few therapy sessions take place with the patient and therapist sitting across from one another. Whether the therapeutic work will take the form of an analysis or a face-to-face approach, and whether sessions will be less frequent—that is, once a week or less—is decided during the initial hours of the therapeutic encounter. Many different formats are possible. In my practice, most patients lie down, even if they only come to see me once a week. I offer treatment in a lying position to virtually all patients, and most are happy to accept it.
Reactions during the first few hours of lying down vary. Some people enjoy it and are able to adapt well to the new conversational setting right away, while others feel more tense or uncertain. Recently, a woman who comes to me for personal therapy (Selbsterfahrung) mentioned that she’s having a hard time getting used to the lack of conversational transitions—that is, the fact that we don’t speak at the beginning and end of the session beyond the greeting and farewell. Still other patients feel dizzy when they stand up after the session. It rarely happens that someone, after an hour on the couch, no longer wants to lie down. I think it’s better to give this phenomenon space and listen to what makes lying down so uncomfortable for the patient. I follow Boss’s advice that the couch position should not be turned into a “dogma.” “If one were then to force the analysand into the lying down position at any cost, one would be guilty of an anti-analytical, freedom-depriving professional error,” he writes emphatically in *Grundriss für Medizin und Psychologie*[27]. Of course, the refusal or rejection of lying down may also come out of resistance; therefore, the meaning of the patient’s bodily behavior must be accurately assessed in order to decide which approach in which setting is most conducive to psychotherapeutic progress.[28]
Furthermore, not all lying down is the same. Many lying positions are possible on the treatment couch. The most common—and arguably the most open—is the lying down position with the head resting flat. Some lie on their side with their legs drawn up or stretched out. Others lie on their back with so many pillows under their head that the position is almost like sitting. Some move and change their lying position repeatedly. They may fidget, kick, or rock their feet. One of my patients always kept one leg on the floor as if ready to flee. It happens very rarely that an analysand suddenly turns her head and looks at me. Hardly ever does anyone sit up, only to lie down again. All these lying positions can be interpreted and discussed with the patient, which broadens horizons and, taking place at the boundary of the physical setting, can also mean questioning it or rebelling against it.
That is to say, the way how the patient lies is part of the relational happening (Beziehungs-Geschehen) between him and the analyst.
Lying down in the presence of another person—especially when you cannot see that person—requires trust. Trust is therefore the decisive factor in the relationship between analysand and analyst when it comes to maintaining and ensuring the success of treatment while lying down.
However unusual and therefore unfamiliar to some the lying-down posture in therapy may be, it allows one to abandon normative behaviors precisely because it breaks with the usual conversational conventions of dialogic communication, and thus has a liberating effect. The experience of being alone while another person is still present, an experience familiar even to young children, can re-emerge (or arise for the first time) within the analytic relationship. It fosters both self-confidence and trust in the other.[29]
The patient’s position on the couch, with the therapist seated behind them and out of their sight, is just one—albeit essential—detail of the worldly context in which the analytical relationship unfolds. The couch-chair arrangement points to the spatial and bodily foundations within which the encounter between therapist and patient takes place. These foundations help to open up possibilities for the psychotherapeutic relationship.
In the couch position, with the analyst seated behind the couch, letting go, relaxing, and even surrendering are more easily possible, which facilitates unreserved openness and self-discovery for the patient.[30] This eliminates the opportunity to read emotions and reactions to what is said from the therapist’s face and posture. Alois Hicklin emphasizes that the couch position, when silence can be endured and even appreciated, can “accompany people in listening to the deepest voices of their being.”[31]
Furthermore, the decision to forgo the need to “constantly keep the analyst »visually under control« ” can also be significant in helping the patient gradually let go of their reliance (Abhängigkeit) on the environment and others.[32]
The lying down position on the couch makes it easier to overcome the natural or learned shame barrier—which hinders the analytical process—because “it allows the patient to feel sick and in need of help, to let their thoughts run free, and to let themselves go.”[33]
In contrast, some of this would not be possible at all in a seated position. Medard Boss summarized this objection to sitting face-to-face in a longer quote, which should be reproduced here in its entirety:
It happens even more frequently that in a "normal," "adult" frontal face-to-face sitting with an analysand, that which most concerns him as the actual pathological aspect remains concealed in advance. What should be presentificated (vergegenwärtigt) in therapy often does not emerge. Because both adults are sitting upright across from each other, holding their heads high, and interacting "rationally," the analysand’s "emotional (gefühlsbetont), immature behavioral patterns rarely become a topic. They do not even occur to him, even though they significantly determine his existence.” [34]
Of course, there are also mental disorders for which the couch position is not—or at least not yet—conducive, such as psychoses, severe anxiety disorders, and cases involving very young patients.
The patient’s position on the couch allows the analyst to listen more freely and without constraint. He or she can concentrate fully on what is being said—that is, gather their thoughts—and also find it easier to refrain from immediately responding, as social convention might dictate. The analyst’s psychological and bodily freedom is thus greater, which can only benefit the treatment.[35] “This therapeutic arrangement enables the doctor to remain as open as possible to perceiving all the things and fellow human beings that »come to mind«for the analysand during the treatment sessions—that is, what the analysand presentificates”[36](vergegenwärtigt).
The analyst can be more open to this “what,” and the same applies to the “how”—that is, the way in which the analysand engages with the realities (Gegebenheiten) of his world that have been brought to mind and is able to respond to them.[37]
In Psychoanalysis, the couch position is also intended to facilitate and interpret transference and regression. Daseinsanalysis does not share this view. We speak neither of transference nor do we assume a regression on the part of the patient.
Transference, that is, the feelings on the part of the patient toward the therapist that manifest in the therapeutic relationship, does not refer to something from earlier experiences, something transferred onto the therapist from the patient’s so called inner world, but rather it refers to the relationship with the therapist himself.
It is the therapist who is now in a relationship with the patient. Within the space of their shared presence (Anwesenheit), these emotions of the patient toward the therapist become apparent. The patient behaves in the relationship as best they can at that moment, and this will initially be in the manner they are accustomed to. Nevertheless, these are genuine interpersonal phenomena that herald the emergence of new possibilities for relationships.[38]
Regression, understood as a return to an earlier stage of development, is not a concept used in Daseinsanalysis. Still, it describes when individuals, under certain circumstances, fall back on earlier, childlike patterns of behavior. It also refers to those who have not yet developed more mature, adult modes of relating and being.
On the analyst’s couch, under the specific relational and conversational conditions of treatment, such more childlike behavior can manifest more easily and be further explored and developed in the relationship with the therapist. This is what is occasionally referred to as the patient’s “late maturation”(Nachreifung).
Beyond the physical (leiblich) arrangement of the participants in the room, two or three further conditions are required for the analytic process. These include the introduction of the basic rule (Grundregel), the analyst’s abstinent stance, and a high frequency of sessions. Sessions should occur at least twice per week, and potentially more.
The basic rule (traced back to Freud[39]), whereby the analysand is asked at the beginning of the analytical collaboration to speak whatever comes to mind—without selection and without regard for their own feelings of shame or inhibitions, but also without regard for the analyst—is an inseparable part of analysis. For Condrau, adherence to the basic rule requires the couch position. He understands the basic rule as an invitation to the patient to “open up completely to the therapist in conversation, even telling him things that concern the therapist personally. He thus has the opportunity to express feelings of love and hate, even rumors he has heard (...), and he can remain silent, cry, or scream without receiving a facial or verbal response that might be unpleasant for him.” [40]
The application of this basic principle, as we also read in Condrau, presupposes that the patient lies on the couch in a position where the head and heart are at the same level. “For it is not the head and intellect of our patients, but rather their hearts that are closed off and constricted by fear,”[41] as Boss puts it. The patient’s recovery takes place in conversation (Gespräch) with the therapist, which is a genuine conversation[42]—that is, the client's recovery takes place through the genuine conversation between the therapist and the client. You could say they are a conversation The patient’s concerns and essence come to light when everything can be said openly, without reservation. The trusting therapeutic relationship is the “place” (Ort) and the setting for this process.
The essence of language—: the language of essence (Das Wesen der Sprache—: Die Sprache des Wesens)[43]. As Heidegger noted, it is language (Sprache) that can bring forth the essence of a human being; therefore, a fundamental condition of analytical treatment is to voice everything that comes to mind.
The abstinent stance springs from the psychotherapist’s anticipatory and liberating care. This provides a relational framework within which the patient can experience and explore themselves untouched by outside influence. In this act of anticipation, one grants another the caring openness necessary for that other person to return to themselves. The therapist’s abstinent attitude consists of this anticipatory and liberating care (vorausspringend-befreiende Fürsorge), understood as a shared presence in emotional attentiveness, for the patient’s development[44]. This restrained form of attentiveness is also expressed in the therapist’s silence, as it allows the person in treatment to gather their thoughts and thus return to themselves, a process that is allowed to take time. Such silence is care, is respect, and is patient listening to what reveals itself.
Finally, in analytic treatment, sessions take place at least twice a week. This allows for a more intensive and concentrated focus on the process and a deepening of the relationship with the therapist. The daily worries and the absorption in everyday life are alleviated by the frequent and closely spaced sessions of analysis, in the sense that one’s actual selfhood takes more and more precedence, allowing it to unfold and grow again and again during the sessions.
Criticism of the Couch and Defense of the Couch – Toward Fruitful Discussions
Freud himself, in fact, grappled with objections to treatment in the lying down position in psychoanalytic therapy. For example, he argues that the patient perceives the “imposed situation”- meaning treatment while lying down - “as a deprivation” and resists it[45]. Patients themselves may have objections that are either shaped by their current state or entirely justified given their situation. How we, as therapists, understand this distinction, or whether we draw it at all, already leads to objections to the couch position. This position is sometimes seen as authoritarian. In this setup, with the therapist seated and the client lying down, an unequal hierarchy may seem to emerge. The patient may appear to be a subordinate, or even an oppressed partner, expected to accept interpretations. As a result, the therapeutic partners may no longer appear to be on equal footing.
Patients may also complain about the lack of eye contact. They describe the experience as being left alone, as if speaking to a wall. Gion Condrau refers to such objections to the couch position and notes that they are difficult to refute on purely rational grounds.[46].
He draws a comparison to the way doctors and patients interact, where the patient often has to lie down for treatment and would not object. He also mentions phone calls, where people do not make eye contact and are not bothered by it. In my opinion, these are unconvincing counterarguments.
I think the objections raised by patients—and also by colleagues who do not treat patients in a lying position—are certainly worth considering. We should think carefully about whether we want to pathologize anyone who is not willing to lie down on our treatment couch, or even make lying on the couch a condition sine qua non of treatment. If a patient’s refusal to lie down during a therapy session is a form of resistance, a conversation—even one lasting several hours while seated—can help build the patient’s trust so that they eventually lie down because they understand the purpose of this form of treatment. Others, however, find lying down so uncomfortable at first that they no longer wish to assume this position because too many feelings arise—feelings that are unpleasant or frightening, or at least still overwhelming.
As with any other medical treatment, it is the patient who decides what they will allow and how far they are willing to go, not the doctor, who can only suggest what they deem necessary based on their expertise. It may be that in face-to-face therapy, especially for therapists trained in Psychoanalysis and accustomed to the lying down setting, not as much can be achieved, and the patient may not make as much progress. Nevertheless, I believe that no one should be forced to lie down, not even under the threat of being denied treatment otherwise. We can hardly deny the patient the personal responsibility we have entrusted to them in the spirit of liberating care, simply because they choose not to follow our guidelines.
As noted at the beginning of this text, Michel Foucault criticized forms of communication structured by asymmetrical conditions. In the analytical setting, the therapist is positioned outside the patient’s field of vision, contributing to an uneven power relation; the arrangement can resemble a regime of confession, while the requirement to lie still and speak situates the body within a disciplinary framework that produces truth under institutional conditions. [47]
Foucault was one of the thinkers who played a key role in the anti-psychiatry movement of the 1960s and 1970s, alongside the psychiatrist Ronald D. Laing. This movement centered on the rejection of coercive treatments, the rejection of a fixed definition of normality, and criticism of institutionalized psychiatry and structural violence.
From a sociological perspective, this critique is justified and has helped to highlight abuses. The analytical setting once again came under criticism within the framework of this critical view of the treatment of the mentally ill. In my view, this critique invites us as analysts to reflect on our practice, to deepen our understanding of the treatment setting, and to clarify the assumptions and modes of action we often take for granted. In psychotherapy, and especially in analytical treatment on the couch—which is, of course, much more intensive—the aim is to give people the opportunity to dissolve the constraints and inhibitions they have experienced in the ways they have lived their lives. The daseinsanalytical therapist-patient relationship, together with the analytical arrangement of couch and chair, is often referred to as a “rehearsal space” (Freud once called it a “playground”[48]). The analytical situation, the analytical relationship, and the analytical co-presence involve providing certain framework conditions that, on the one hand, open up a scope for action and, on the other hand, are intended to facilitate the analytical conversation (as René Roussillon calls it)[49], which is subject to specific criteria (such as in Psychoanalysis: the analyst’s abstinence and free-floating attention, the possibility of silence, no eye contact, transference, regression, the patient’s free association, and the analyst’s interpretation, etc.).
This means that the framework helps create the conditions that make a genuine analytical encounter and relationship between patient and analyst possible. Thus, the framework alone does not make an analysis what it is; it merely constitutes a condition of possibility for something like an analysis to take place.
Daseinsanalysis, which adopted the Freudian analytic setting from the outset, now unfolds in both the analytic and face-to-face settings. Regardless of the approach, we call ourselves Daseinsanalysts. While the Austrian Psychotherapy Act recognizes Daseinsanalysis as psychotherapy, the line between therapy and analysis often blurs. I think it is important to continue to maintain this distinction. Patients who opt for analytical treatment in Daseinsanalysis will undergo the therapeutic process while lying down.
Some colleagues insist on high-frequency sessions exclusively in the lying down position, yet most of us adapt to the needs of each patient and setting. Most of us, however, will likely be more flexible regarding the setting and the patient’s needs. If this is the reality of everyday daseinsanalytical practice. Why then continue to emphasize the significance and importance of the lying down position?
Interestingly, in his essay *The Psychoanalytic Conversation: A Couch in Latency*, the French psychoanalyst René Roussillon points out the phenomenon that the couch remains a latent part of the analytical process even in treatments where it is not used; in Daseinsanalysis, we would say it is “absent yet present”(abwesend anwesend). For one thing—and I can say this at least for daseinsanalytical training in Austria—all Daseinsanalysts have undergone their personal training analysis predominantly while lying down. The couch is an integral part of our socialization as therapists and our experience in our own analytical process. Since the personal training analysis is the heart and soul, the cornerstone of daseinsanalytical training, this experience and personal development will always play a decisive role in our being as therapists. This experience cannot be separated from the knowledge of being on the couch.
René Roussillon speaks of the need to define the, so to speak, “subterranean continuity between the couch and face-to-face interaction,” which is “ensured by the ‘latency of the couch’ in face-to-face interaction.” [50]
On the other hand, for many patients, the treatment couch represents the analysis itself. Even when it stands unused in the treatment room, it evokes both the entire history of psychoanalysis and popular-cultural clichés, such as those found in Woody Allen’s films. But it also places a demand on the patient to at least try lying down. Internally, then, the patient positions himself in relation to the couch, whether he wants to or not; he relates to it. The couch, as the archetype of psychoanalytic treatment, always plays a role in the process of analytical treatment.
Why lie down today?
After presenting a few arguments in favor of the analytical treatment in the lying down position, I would now like to advocate for it, because I still consider the high-frequency method in the lying position (with the therapist sitting behind the couch, out of the patient’s sight) to be the gold standard of daseinsanalytical treatment. Why is that?
To the objection that the analyst prefers the patient to lie down because it is more comfortable for him, one might reply: Why not? As Freud so openly admitted, he couldn’t stand being stared at for 8 hours a day—a statement that may seem peculiar today, but is also refreshingly honest. It is important that every analyst pay attention to what is good for them and which setting best enables them to maintain composure, a sense of non-intentionality, attentiveness, and the ability to remain fully engaged with the patient’s concerns.
Let us turn to the criticism of the asymmetrical therapeutic relationship and the risk of abuse of authority. First of all, this applies equally to treatment conducted in the seated position, though perhaps not to the lesser extent. Patients come to us at a point in their lives when they often feel at a loss and overwhelmed, with the sense that they can no longer manage on their own. In this situation of suffering and helplessness, the therapist becomes a lifeline and, since they are also as seen as an expert, also an authority figure. Thus, one could say that even in the very first encounter, there is a certain asymmetry of which the therapist should be aware. It is the therapist’s responsibility not to exploit the patient’s momentary vulnerability for their own advantage, but rather to recognize in it a particular need for protection and dependence and not to take advantage of it. Here, once again, lies the special significance of a long and profound personal training analysis[51] emphasize that this enables the analyst to live in accordance with his very being and to exercise as much freedom as possible over his very own possibilities of being. In this way, there is no need to exert power over the patient or to exploit the therapeutic relationship and the patient’s trust in any way for personal benefit.
The analytic relationship and the analytic conversation are special forms of interpersonal communication in which, under controlled conditions (the setting), a new beginning for relational possibilities and trust can be attempted. This analytical relational space is particularly vulnerable and delicate because ordinary conversational conventions and modes of everyday communication are set aside here, in the sense of a fundamental renewal of one’s own (essential) language and being.
Until new possibilities for living are found and explored, the stability that once came from social norms and survival strategies is now supported by trust in the analytical relationship. The patient’s earlier way of life is expressed in words and examined, so that, by rediscovering their connections to the world (Weltbezüge), they can recover from the ground up through a genuine form of conversation (this is in the sense of the existential of discourse - Rede - in Being and Time) and through possibilities of comportment in being-with the analyst.This space is precious and fragile, sustained by the relationship between patient and analyst.
Within the safety of the therapeutic relationship, the analysand can open up. They can begin to question their life up to this point. This frees possibilities for existence from their previous constraints or helps them discover them anew. We become ill in relationships, and we can only become well in relationships. This is possible only in a “rehearsal world.” Because this world is held by the therapeutic relationship, it does not follow or perpetuate the conversational habits of the everyday world. Instead, it goes deeper, allowing us to become awake and open to the event (Ereignis) from which we all receive our being. Where there was forgetfulness of being (Seinsvergessenheit), there shall be a presentification (Vergegenwärtigung) of being. Coming to oneself means learning to live from the very core of one’s being. The ability to respond to what appears (erscheinen) in a unique way cannot be treated as an object. Therefore, being oneself must be understood verbally and cannot come from any norm or preconceived notion, because being speaks to us constantly and in its own unique way within the event (Ereignis). Connected to this source, one’s own response is not made up of fixed options for reply, but is a living response to be carried out anew and freely time and again.
In my opinion, the best way to become aware of this gift—that we are and are allowed to be—and to learn to understand our own responses in relation to the therapist is through the couch setting, which, in a relaxed and composed state, allows us to fully come into our own without fear of losing face or being judged.
Therefore, despite all the valid objections to the couch setting in therapy, it offers an undeniable added value to the treatment, representing a liberation to one’s actual selfhood.
Sources
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[1] The original version of this text is in German. The English translation was generated using DeepL (Deep Learning, an online translation service: www.deepl.com) and adapted and revised by Charlotte Aigner and Žiga Jereb. When original English quotations are used, this is indicated in the footnotes. Most oft the Sources used are in German.
[2] Freud, Sigmund (1997): Zur Einleitung der Behandlung, 193 (Engl.: On Beginning the Treatment)
[3] Heidegger, M. (1993): Sein und Zeit, 126ff (Engl.: Being and Time, 1996, 118ff)
[4] Jung C.G quoted in Lingiardi, V. and De Bei, F.: Questioning the Couch, p.393 (Original in English, Italics added by the authors)
[5] See also Boss, Medard (1999): Grundriss; Condrau, Gion (1992): Sigmund Freud und Martin Heidegger
[6] Foucault, Michel: Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit 1, p.61ff.
[7] Freud (1997): Zur Einleitung der Behandlung, p.193
[8] Martinelli, Lydia (2006): Vorstellung eines Möbels, p.7
[9] Ibid.
[10] Adorno, Theodor W. (2001), zitiert nach Martinelli, L. (2006): ibid.
[11] Ibid., p.7f
[12] Ibid., p.14u.
[13] Freud, Sigmund (1997): Zur Einleitung der Behandlung, p.193
[14] See Heidegger, M. (1993): Sein und Zeit, § 24, p.111 (Engl. Version of Being and Time, translated by Joan Stambaugh, p.103)
[15] Bollnow, O.F. (1997): Mensch und Raum, p.172
[16] Ibid.
[17] Baier, K.: Sitzen (2006). Zur Phänomenologie einer spirituellen Grundübung, p.243
[18] Ibid. p.245 (German original text: „So ist die Leibeshaltung die Weise, wie wir den Ort unserer Anwesenheit unseres jeweiligen Befindens „einnehmen und uns damit leiblich von diesem Hier aus zu dem uns angehenden Seienden dort, zu dem Mitmenschen, zu uns selbst und zur Offenbarkeit des Seienden im Ganzen verhalten. Das ist ein Wesenszug leiblichen Daseins.“
[19] Heidegger, M. (1997): Sein und Zeit p.111 (Engl. Version of Being and Time p.103)
[20] Wucherer, K.A. (2008): Fragen um den Beginn des Träumens p.83
[21] Vogel, J. (2006): Die Couch im Raum: Positionen p.143f
[22] Vahle, F. (2004): Liegen lassen p.91
[23] Tadié, Jean-Ives (2008): Marcel Proust p.1150ff
[24] See Aigner, Thomas (2026): unpublished manuskript about Marcel Proust’s style of writing
[25] See Kafka, Franz: Tagebücher 1912-1924
[26] See also Kafka, F.: Der Proceß p.104ff (Engl. Version: The Process)
[27] Boss, M. (1999): Grundriss p.532 (Engl. Version: Outline of Medicine and Psychology)
[28] Ibid.
[29] Winnicott, D.: Die therapeutische Arbeit mit Kindern, quoted in Reck, H.J. (2020): Voraussetzungen einer interkulturellen Verständigung p.374
[30] Much of the following section is taken from my essay “On Psychotherapeutic Eros” and is reproduced here with minor modifications and additions. See Aigner, C. (2021): On Psychotherapeutic Eros p. 106ff
[31] Hicklin, A. (1993): Haltung p.196
[32] Ibid.
[33] Condrau: Freud und Heidegger p.287
[34] Boss, M. (1999): Grundriss p.532
[35] Aigner, C. (2021): Vom psychotherapeutischen Eros p.107
[36] Boss, M. (1999): Grundriss p.531
[37] Ibid. p.533
[38] Strobl, R.; Libisch, S., Aigner, C. (2022): Diagnostik in der Daseinsanalyse p.183
[39] Freud, S. (1997): Zur Einleitung der Behandlung p.194
[40] Condrau, G. (1992): Freud und Heidegger p.287
[41] Boss (1962): Lebensangst p.55
[42] Hölderlin, F. (2008): Friedensfeier. In: Gesammelte Werke p.186
[43] Heidegger, M. (1985): Unterwegs zur Sprache p.166
[44] Reck, J.G. (2023): Mögliche Beziehungen in einer gemeinsamen Welt p.220f
[45] Freud, S. (1997): Zur Einleitung der Behandlung p.193
[46] Condrau, G. (1992): Sigmund Freud und Martin Heidegger p.287f
[47] See Foucault, Michel (2026): Der Wille zum Wissen and Foucault, Michel (2024): Überwachen und Strafen
[48] Freud, S. zitiert nach Boss, M.: Grundriss p. 530. „Playground“ in the original version „Tummelplatz"
[49] Roussillon, R. (2009): Das psychoanalytische Gespräch: Eine Couch in Latenz p.424
[50] Roussillon, R (2009).: Das psychoanalytische Gespräch: Eine Couch in Latenz p.419ff
[51] The trend toward shortening the training analysis at some daseinsanalytic training institutes around the world therefore strikes me as extremely concerning, for the training analysis is the heart of the training, and the development of one’s own, freer possibilities of being that takes place within it forms the very foundation of one’s own therapeutic practice.